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| Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 | Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.) |
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Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam & Andere
Artikelauswahl : Achtsamkeit ist die Quelle des Glücks Mongolei und die Mythen von Shambala Buddha - ein Kosmopolit Ein Wirtschafts- Imperium aus Ruinen Es sind Chinas Hardliner, die die Nation spalten, nicht ich Achtsamkeit ist die Quelle des Glücks Intersein-Zentrum in Unterkashof vermittelt buddhistische Werte - In der Meditation zu sich finden
Hohenau. Tendzin Gyatsho, besser bekannt als Dalai Lama, ist der beliebteste Buddhist auf der Welt. Gestern vor genau 70 Jahren ist er im Alter von viereinhalb Jahren in Tibet in sein Amt eingeführt worden und seitdem Lehrmeister der tibetischen Buddhisten. Im Landkreis FRG gibt es einen Versammlungsort der weltweit viertgrößten Religion: Das Intersein-Zentrum in Unterkashof bei Hohenau wird von Buddhisten geführt und zieht Interessierte von nah und fern an, die sich spirituell und meditativ fortbilden wollen.
Schon beim Betreten des Intersein-Zentrums merkt man: Hier herrscht eine andere Mentalität, hier ist überhaupt alles ein bisschen anders. Es fühlt sich ungewohnt an, aber nicht unangenehm. Es scheint, als wäre jeder willkommen, um hier eine Auszeit zu nehmen und sich vom Stress des Alltags zu lösen. "Achtsamkeit, Meditation, ein Leben in Gemeinschaft", sind die Schlagwörter der buddhistischen Gemeinde im Bayerwald. Auf dem Parkplatz stehen Autos aus Italien, der Schweiz, Holland und allen Regionen Deutschlands. Menschen unterschiedlicher Herkunft und aller Altersgruppen suchen anscheinend etwas, das sie im Intersein-Zentrum finden. "Viele Menschen fühlen sich fremdbestimmt und wollen die Präsenz wieder erleben", erklärt Helga Riedl, die mit ihrem Mann Karl seit 1999 im Intersein-Zentrum lebt und lehrt.
Mongolei und die Mythen von Shambala Die Mongolei ist genau wie andere Teile von Nordasien noch immer vom Schamanismus geprägt.
Wer schon einmal in der Mongolei war, konnte erleben, dass die Weiten des Landes, die vielen unterschiedlichen Erscheinungen in der Natur, die Einsamkeit in einem zum Teil menschenleeren Raum viel Platz zur Spiritualität bieten. Die Prioritäten des Lebens verschieben sich. Man findet Zeit für eine innere Einkehr.
Die Mongolei ist genau wie andere Teile von Nordasien noch immer vom Schamanismus geprägt. Zwar musste die Religion des Schamanismus dem Buddhismus in der Mongolei zum Teil Platz machen, viele Elemente dieser Urreligion haben sich mit der neuen Religion vermischt und sich bis zum heutigen Tag erhalten. Die Offenheit der Mongolen gegenüber anderen Religionen ist kennzeichnend. Sie fand einen Niederschlag in der Philosophie von Dschingis Khan. Unter seiner Führung fanden alle Religionen eine Akzeptanz. Er hatte in jeder Religion etwas gefunden, was für seine Ziele nützlich war. Den Weissagungen des Schamanen hat er aber sein ganzes Leben lang vertraut. In der von Dschingis Khan gegründeten Hauptstadt Karakorum gab es außer den Kultstätten für den Schaminismus islamische Moscheen, buddhistische Tempel und christliche Kirchen. Der Gedanke von Shambala - das Land des irdischen Glücks - fand unter den Mongolen eine breite Anerkennung. Man hoffte nach dem Ende des großen Krieges, der gegen die Feinde von Shambala geführt werde, auf das Glück und den Frieden, die sich dann auf der ganzen Welt ausbreiten. Der Begriff Shambala ist mit vielen Erscheinungen verbunden, die bis zum heutigen Tag nicht geklärt werden konnten. Das Interesse an Shambala ist noch immer ungebrochen. Seit über hundert Jahren will man den Mythen, die über Shambala existieren, auf den Grund gehen. Forscher vieler Länder haben sich mit den Fragen von Shambala befasst, ein zufriedenstellendes Ergebnis liegt aber bis zum heutigen Tag nicht vor. Orte in der Mongolei, von denen besondere Kräfte ausgehen, sieht man in Verbindung mit Shambala.
Buddha - ein Kosmopolit Erstmals im Westen wird in einer grossangelegten Ausstellung das buddhistische Erbe Pakistans vorgestellt. Die präsentierten Kunstschätze stammen hauptsächlich aus pakistanischen Museen.
Wer wie Siddharta Gautama über den Dingen steht, gibt sich gerne auch weltgewandt in seinem Äusseren. So verwundert es eigentlich nicht, dass der erleuchtete Gautama Buddha seine indische Heimat hinter sich liess, sich die bequeme Gewandung eines römischen Weltbürgers aneignete und sich schliesslich gegen Osten aufmachte, um im Licht der aufgehenden Sonne sein ewiges Paradies zu begründen.
Wie vertraut aber die frühen Darstellungen des Religionsstifters aus dem einstigen Gandhara-Reich dem westlichen Betrachter erscheinen, ist doch einigermassen erstaunlich, kennt man Buddha schliesslich vor allem als indischen Asketen, meditierenden Chinesen oder japanischen Bettelmönch. Dieses wenig bekannte und doch nicht fremde Buddha-Bild macht denn einen Grossteil der Faszination der gegenwärtigen Ausstellung im Museum Rietberg aus. Gezeigt wird buddhistische Kunst aus Gandhara, einer Kultur, die einst Schmelztiegel von westlichen und östlichen Einflüssen war. Multikulturelle Hochkultur Der Name Gandhara steht heute für eine Hochkultur, die in mancherlei Hinsicht grenzüberschreitend war. Einerseits wird mit dem Begriff eine geografische Region im nordöstlichen Pakistan um die heutige Stadt Peshawar bezeichnet. Anderseits bedeutet der Begriff einen künstlerischen Stil, dessen Einzugsgebiet weit grösser ist, von Kabul bis Islamabad reicht und auch das nördlich von Peshawar gelegene Swat-Tal mit einschliesst. In diesen Kulturkreis gehören die im März 2001 auf tragische Weise zu Berühmtheit gelangten, monumentalen Buddha-Figuren im afghanischen Bamian-Tal, die von Taliban-Milizen zerstört wurden. Durch diesen barbarischen Akt stand einmal mehr eine Weltregion im Fokus der Medien, die heute durch kriegerische Auseinandersetzungen und fundamentalistisch religiöse Intoleranz geprägt ist, sich einst aber genau durch das Gegenteil davon auszeichnete.
Ein Wirtschafts- Imperium aus Ruinen Das Kloster der Shaolin in China ist nicht nur eine Hochburg des Kung-Fu-Kampfsports, sondern auch eine des Kapitalismus - mitten in Maos Land.
Es ist später Vormittag und vor dem Verkaufsstand für Räucherstäbchen steht bereits eine Warteschlange. Langsam kommen auch die ersten Mittagsgäste ins vegetarische Klosterrestaurant - der Tag beginnt gut. Tausende Touristen haben sich seit den Morgenstunden am Haupteingang vorbeigedrängt und schieben sich nun in dichten Gruppen durch die Wandelgänge.
Dann steht plötzlich der Abt im Innenhof. Sofort wird es im gesamten Shaolin-Kloster still, zum ersten Mal an diesem Tag. Keiner der Urlauber hatte erwartet, den Abt persönlich zu sehen. Niemand wagt es jetzt zu sprechen, nur das Piepen der Digitalkameras ist noch zu hören. Es ist eine sonderbare Aura, die den Mann umgibt und die sich sofort im ganzen Klosterhof ausbreitet, eine Mischung aus Respekt und Ehrfurcht. Manche, die zum ersten Mal hier sind, erstaunt das. Der Abt trägt eine goldgelbe Kutte, die bis zum Boden reicht. Er geht schnell, doch seine Schritte sind kurz und die Füße bleiben dabei unter der Kutte versteckt. Es sieht aus, als schwebe er über den Boden, vorbei an den nahezu erstarrten Touristen.
Es sind Chinas Hardliner, die die Nation spalten, nicht ich Besuch beim Dalai Lama in Indien. Kurz vor seinem 74. Geburtstag begrüßte er den Reporter, den er seit 20 Jahren kennt, freundlich und mit kräftigem Handschlag. Trotz der anhaltenden Proteste und Verurteilungen sieht der Dalai Lama im Interview "Zeichen für Hoffnung" und spricht von einem "erstarkten tibetischen Geist".
Er ist der sanfteste Freiheitskämpfer der Welt mit dem höchsten Ansehen und dem geringsten Erfolg, sagen nicht wenige. Inzwischen steht er auch im eigenen Volk häufig unter Druck.
Denn er hält an seinem Mittleren Weg der Aussöhnung mit China fest.
Er will trotz der Aufstände und dem harten Kurs Pekings keine Unabhängigkeit für sein Land, sondern Seite an Seite mit Chinesen leben. Als sein Volk rebellierte, mahnte er zur Gewaltlosigkeit. Als ihn Peking scharf attackierte, verlor er dennoch nicht seine Mission, Tibet mit China zu versöhnen. Der Dalai Lama kämpft rund um den Erdball für echte Autonomie und gegen Separatismus. Oft auch gegen sein eigenes Volk, das die Unterdrückung nicht mehr klaglos hinnimmt.
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