Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Gumpaphan 2555 Sonntag, 05. Februar 2555 (2012 n.Chr.)




Buddhismus Buddhismus ist eine Erlösungslehre, die sich auf Siddharta Gautama Buddha zurückführt. Der Gautama Buddha gelangte um 543 v. Chr. zur endgültigen Erlösung.

Gautama ist nur der vorläufig letzte und uns bekannte vieler Menschen, die jeweils in einem Weltzeitalter aus eigener Kraft zur Erlösung gelangten. Seit seinem völligen Erlöschen existiert er nicht mehr in irgendeiner Form und ist deshalb auch kein Gott, Schutzgeist, Nothelfer oder dergleichen, an den man sich um Hilfe wenden könnte.

Als Erlösungslehre geht der Buddhismus von der Einsicht aus, daß alles leidvoll ist. Dies bedeutet nicht, daß der Großteil der Gefühle leidvoll ist; es bedeutet aber, daß gerade alles, was einem lieb und teuer ist, unbeständig ist und damit irgendwann einmal verloren geht und so demjenigen, der daran hängt, Leid bereitet. Ursache für Leid ist also, daß man an etwas hängt, daß man Wünsche, Erwartungen, Absichten hat, die enttäuscht werden können, bzw. deren Erfüllung nur von begrenzter Dauer ist. Befreiung von Leid heißt folglich, daß man sich loslöst von jedem Haften an irgendetwas, daß man frei von Wünschen und von Abscheu wird.

Der buddhistische Heilsweg besteht in Methoden - meditativer Art - die zu einer Verwirklichung der Einsichten in das Leid und die Aufhebung des Leides führen, und die somit die Erreichung eines Erlösungszustandes bewirken. Erlösung bedeutet dabei in diesem Leben vor allem auch die absolute Gewißheit, daß die Reihe der Wiedergeburten beendet ist oder in einer absehbaren Anzahl von Wiedergeburten beendet sein wird. Erlösung bedeutet für die Zeit nach dem Tod, daß es keine Wiedergeburt - auch nicht in einem Himmel mehr - gibt, und daß somit kein Leid mehr entstehen kann.

Über die Natur des Nirvâ.na, des Erlösungszustandes, findet man erstaunlich wenig Aussagen. Dies hängt einerseits damit zusammen, daß theoretische Überlegungen über das Nirvana nutzlose Spekulationen sind: es gilt, die Erlösung zu verwirklichen, nicht über sie zu spekulieren. Außerdem ist der Erlösungszustand etwas, was gänzlich anders ist als alles, was unserer gewöhnlichen Erfahrung zugänglich ist. Über die Natur des Nirvâ.na zu jemandem zu sprechen, der es noch nicht verwirklicht hat, ist so, wie wenn man einem Farbenblinden die Natur von Farbempfindungen beibringen wollte.

Die Einsicht in die Unbeständigkeit - und damit in das Leidvolle - von allem ist so ausgeprägt, daß nach buddhistischer Auffassung zwischen zwei Augenblicken nichts Identisches bleibt: der Zustand A - jetzt - und der Zustand B - im nächsten Augenblick - haben nichts Gemeinsames, was vom Zustand A in den Zustand B übergehen würde; dennoch sind Zustand A und Zustand B nicht voneinander unabhängig, sondern Zustand B wird vom Zustand A bedingt: es gibt also einen Bedingungszusammenhang zwischen früher und später, aber keinen Zusammenhang einer bleibenden Substanz.

Der Bedingungszusammenhang ist solcher Art, daß im allgemeinen eine gute Tat irgendwann - noch in diesem Leben oder später - gute Früchte bringt, eine böse Tat böse Früchte. Diese Abfolge von Tat und Reifung der Frucht findet ihr Ende nicht mit dem natürlichen Tod, sondern erst mit der völligen Erlösung. Dabei ist zu beachten, daß die damit ausgedrückte Wiedergeburt (sei's als Mensch, Tier, Gespenst, Gottheit usw.) nach strenger buddhistischer Lehre keine Seelenwanderung ist, da es ja so etwas wie eine bleibende Seele, die von einer Existenz zur anderen wandert oder die erlöst wird, nicht gibt.

Bei den Traditionsströmen und Richtungen des Buddhismus muß man unterscheiden:
  • Traditionen der Ordensdiszplin (Vinaya). Innerhalb der Vinaya-Traditionen:
    • Traditionen der Ordination (Rechtsakt der Aufnahme in den Mönchs- bzw. Nonnenorden)
  • Traditionen der Lehre
Man kann die Traditionen des Buddhismus auch nach äußeren Kriterien einteilen nach:
  • der Sprache ihrer heiligen Schriften: Pâli, Sanskrit (u.U. vermischt mit Volkssprachen), Chinesisch, Tibetisch u.a.
  • der geographischen Verbreitung: südasiatischer, südostasiatischer, ostasiatischer, zentralasiatischer, europäischer, amerikanischer, australischer Buddhismus
Innerhalb dieser Traditionen sind die wichtigsten:

Traditionen der Ordensdisziplin (Vinayatraditionen):

Alle Traditionen der Ordensdisziplin mit Ausnahme der ZenTradition gehören den alten Schulen an, d.h. auch Mahâyâna und Vajrayânamönche und -nonnen anerkennen einen Text der Ordensdisziplin, der zu den alten Schulen gehört. Es gibt keinen eigenen Text der Mahâyânaordensdisziplin.
  • Theravâda: heute in Sri Lanka, Birma, Thailand, Laos, Kambodscha
  • Mahî`sâsaka: ausgestorben
  • Dharmaguptaka: heute in Ostasien (China, Korea, Japan, Vietnam)
  • Kâ`syapîya: ausgestorben
  • Sarvâstivâda: ausgestorben
  • Mûlasarvastivâda: heute inTibet, Mongolei
  • Mahâsa.mghika: ausgestorben
  • Mahâsa.mghika-Lokottara-vâda: ausgestorben
Lehrtraditionen
  • Das `Srâvakayâna: die - nach traditioneller Zählung: achtzehn - alten Schulen, von denen bis heute nur der Theravâdabuddhismus in Sri Lanka, Birma, Thailand, Laos und Kambodscha überlebte
  • Das Mahâyâna: das große Fahrzeug, der große Weg: in China, Korea, Japan, Vietnam, Tibet, Mongolei
  • Das Vajrayâna: das Diamantfahrzeug, der tantrische Buddhismus: in Tibet, Mongolei, China, Korea, Japan

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