Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Träume und Traumdeutung aus buddhistischer Sicht



Seit frühesten Zeiten hat der Mensch versucht, für Träume und ihre Entstehung und Bedeutung eine Erklärung zu finden.

Wie auch in anderen Philosophien bzw. Religionen so gab und gibt es auch im Buddhismus Menschen, die behaupten, Träume, ihre Entstehung und ihre möglichen Folgen deuten zu können, es handelt sich dabei aber grösstenteils um Zeitgenossen, die aus der Unwissenheit ihrer Mitmenschen Kapital schlagen wollen.

Der Buddha war sich dessen völlig bewusst und verbot seinen Anhängern explizit die Wahrsagerei, Sternendeutung und die Interpretation von Träumen.

Dennoch wird Träumen im Buddhismus ein hoher Stellenwert zugewiesen. Nach buddh. Auffassung gibt es fünf Stufen des Schlafes beim Menschen:

1. leichte Schläfrigkeit, Benommenheit
2. leichter Schlaf
3. Tiefschlaf
4. leichter Schlaf
5. Aufwachphase


Träume können nur in den Phasen des leichten Schlafes stattfinden und werden vom Verstand des Menschen erzeugt. Alle Menschen haben Träume, obwohl einige sich in ihren Wachphasen nicht mehr daran erinnern.

Die Entstehung, Aussagekraft und psychologische Bedeutung von Träumen wurden vom Ehrwürdigen Nagasena dem legendären König Milinda erklärt ( Milinda Panha oder Die Fragen des Königs Milinda)

Demzufolge gibt es 6 Anlässe für Träume, die ersten drei sind organischer Art (körpereigene Gase aus der Verdauungstätigkeit, Gallenflüssigkeit sowie Schleim) und haben möglicherweise psychiatrische Bedeutung, sind aber nichts anderes als Reflektionen von Gedanken und Eindrücken, die unser Unterbewussstein während der Wachphasen erzeugt bzw. aufnimmt und dann "abspeichert". Während des Schlafes ist das Unterbewusstsein freigesetzt und "spielt" einige dieser aufgenommenen Eindrücke und Gedanken in Form von Bildern in unserem Gehirn ab.

Ganz anders verhält es sich mit der zweiten Art von Träumen, die zwar ebenso wie die erste, organisch veranlasste Traumart keine grosse Bedeutung hat, aber die von internen oder externen Provokationen erzeugt werden. Von externer Provokation des Traumes spricht man z.B. im Falle von Lärm, der den Schläfer aber nicht aufweckt, sondern nur sein Unterbewusstsein "provoziert", also z.B. das Rauschen von Baumblättern, Wind, Regen, Zuschalgen von Fenstern und Türen usw.

Interne Provokation kann z.B. nach einem schweren Abendessen erfolgen oder bei Reaktionen des Körpers auf Krankheitserreger

Grosse Bedeutung hingegen haben "prophetische" Träume, die aber sehr selten auftreten, meistens in Fällen, in denen dem Träumenden ein bedutungsvolles Ereignis bevorstehen kann.

Der Buddhismus lehrt uns, dass es neben der für uns sichtbaren, erfassbaren Welt und seiner Lebewesen noch andere Welten und Lebewesen gibt, die wir eben aufgrund unserer begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit und/oder theistisch hervorgerufener Verblendung nicht wahrnehmen können oder wollen.

Bei diesen Wesen kann es sich um Götter oder Geister handeln, die entweder an anderer Stelle im Universum existieren oder für uns unsichtbar in unserer Welt. Es können also Verwandte oder Freunde sein, die gestorben sind und wiedergeboren wurden und dabei ihr früheres mentales Verhältnis und Verbindung zu uns weiterbehalten und -pflegen. Dieses innige Verhältnis zu solchen Wesen kann insbesondere dann weiterbestehen, wenn wir nach dem Tod solcher mit uns ehemals verbundenen Wesen diesen durch liebevolle Erinnerung in Güte gute Taten transzendiert hatten oder das immer noch tun (z.B. bestimmte gute Werke, die wir vollbringen, solchen Wesen widmen).

In solchen Fällen kann es sich also ereignen, dass sich diese Wesen an uns noch mehr gebunden fühlen und uns in Träumen daruf hinweisen wollen, dass uns ein bedeutungsvolels Ereignis bevorsteht und sie uns deshalb vor Schaden oder unbedachtem Handeln bewahren wollen, aber auch vor überwältigender Freude, falls uns etwas sehr positives bevortsehen sollte.

Unglücklicherweise verwechseln aber viele Menschen Träume unbedeutender Art mit solchen prophetischen Träumen, es bedarf eines grossen Talentes für einen sog. Traumdeuter, die Bedeutung der Traumwarten zu erkennen.

Schlussendlich gibt es noch eine karmisch bedingte Traumentstehung, alle unsere karmisch relevanten Taten aus der Vergangenheit sind in unserem Denken zusammengefasst. Es kann also eintreten, dass kurz vor der "Reifung" einer karmischen Reaktion auf eine Aktion aus einer unserer früheren Existenzen oder aus unserem jetzigen früheren Leben wir eine entsprechende Information erhalten über etwas sehr Bedeutungsvolles, das uns unmittelbar bevorstehen wird.

Deweiteren können Träume auch dann erfolgen, wenn zwei lebende Wesen starke telepathische Signale zueinander aussenden, üblichwerweise sind so verursachte Träume aber sehr kurzzeitig, da das menschliche Gehirn nicht stark genug ist, telepathische Nachrichten lange abzuspeichern.

Während alle "weltichen" Wesen von der Fähigkeit her Träumer sind, sind nur Arhant's und Buddha's frei von Träumen, da ihre Gehirne permanent "stillgelegt" sind und von nichts und niemanden mehr aktiviert werden können.
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