Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Wie ist der Standpunkt des Buddhismus hinsichtlich Selbsttötung / Selbstmord / Suizid?



Nach der Lehre des Buddha ist es bereits extrem schwierig, in das Reich der Menschen hineingeboren zu werden und deutet bereits auf verdienstvolle Taten in einer früheren Existeny hin.

Nur dieses Leben als Mensch bietet dem Geist die erstmalige Chance, sich definitiv "zu verbessern", also auch hohe, höhere und höchste (Nibbana / Nirvana) "Stufen" zu erreichen. Jede/r sollte also das Leben im Menschenreich voll dazu nutzen, unheilsames karma aufzuarbeiten und sich endgültig auf die Zielgerade zu begeben, die ins Nirvana führen kann. Der Kampf mit dem Leben soll also unter allen Umständen aufgenommen werden, so leidvoll es auch dem Einzelnen oft erscheinen mag, führt es ihm doch unübersehbar die vier Edlen Wahrheiten ins Bewusstsein. Wer da den einen Körper ablegt und einen anderen Körper annimmt, der, sag' ich, ist tadelhaft.

In der buddhistischen Literatur werden immer wieder Fälle aus dem Pali Kanon zitiert und kommentiert, in denen der Buddha Selbstmorden zugestimmt haben soll (die der Mönche Vakkali und Channa). Da es sich bei diesen Anhängern des Buddha aber um Arhant's (Heilige) gehandelt hat, wäre eine einzige Auslegung gerade noch akzeptabel, und zwar die, dass Menschen, die Gier, Hass und Wahn völlig überwunden haben, ihren "Zweck" in dieser Welt erfüllt hätten und es deshalb karmisch weder unheilsam noch heilsam wäre, wann und wie sie dieses Leben beenden.

Da aber nach buddhistischer Auffassung Arhant's weder das Leben noch den Tod "herbeiwünschen", bin ich davon überzeugt, dass solche erlöste bzw. erwachte Wesen mit der ihnen eigenen Güte und Lebensart allein durch ihre Anwesenheit in dieser Welt positiven Einfluss ausüben können.

Es kann also gesagt werden, dass Selbstmord, egal aus welchen Beweggründen, immer eine für das Karma unheilsame Tat darstellt, der Selbstmörder wird sicher in seiner nächsten Existenz genau da wieder anfangen müssen, wo er dachte, seinen Problemen durch Selbsttötung entfliehen zu können.

Aber ebenso wie alle anderen Taten, die wir begehen, ist auch Selbstmord keine Sünde wie in theistischen Religionen und führen nicht zu einer "ewigen Verdammung".

Die Selbsttötung wird also keineswegs als ein Verbrechen betrachtet, sondern für gewöhnlich, d.i. für das durch sein Daseinbegehren (tanha) noch in den Kreislauf der Wiedergeburt verstrickte Wesen - bloss als eine verblendete Handlung. Denn nach buddhistischer Auffassung kann der Tod einen nicht befreien von Wiedergeburt und leidvollem Geschicke - d.i. von den Folgen des früheren bösen Wirkens - sondern einzig und allein die aller Wiedergeburt, und damit allem Leiden ein Ende machende Aufhebung alles daseinbejahenden Begehrens.

Die Selbsttötung gehört zu den im Patimokkha (das Register der Ordensvergehen, das an allen Vollmond- und Neumondtagen vor der versammelten Mönchsgemeinde vorgetragen wird) aufgezählten leichtesten Vergehen, den sog. Dukkata-Vergehen.

Zum Abschluss dieses Themas noch ein Wort aus des Buddha's eigenem Mund:
Wer da den einen Körper ablegt und einen anderen
Körper annimmt, der, sag' ich, ist tadelhaft.

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