Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Nirvana | Buddhismus und Erlösung



Paradies Die Mythologien der theistischen Religionen beschreiben sehr umfangreich, was den tugendreichen Gläubigen nach seinem Einzug in die jeweils art-spezifisch (je nach Abstammung, Rasse, Bildung usw. gibt es anscheinend verschiedene Paradies-Ausstattungen) eingerichtete letzte und ewige Aufenthaltsstätte erwarten wird.

Die bis heute aus dem Christkatholischen einzige vorliegende authentische Beschreibung der paradiesischen Zustände stammt von einem Angehörigen der Arbeiterklasse, einem gewissen Alois Hingerl aus der bayerischen Landeshauptstadt München.

"Ja, - ja was glaub'n denn Sie! Weil mir da herob'n im Himmel san, da müaßat i singa wia a Zeiserl, was? Waas? Z'trinka kriagat i überhaupts nix - mei Liaber: a Manna hat er g'sagt, a Manna kriagat i! Mei Liaber, da wennst ma net gehst mit Dei'm Manna, gell, den kennts selber saufa, des sag i Eich, aber i trink koan Manna, daß Di auskennst! Und singa tua i überhaupts net, i hab no nia g'sunga, da sing i erst recht net..."

Soweit im Originalton die Klagen eines im irdischen Leben mehr oder weniger rechtschaffenen Mannes. Und, um ehrlich zu sein, so habe ich mir das Paradies auch nicht vorgestellt.

Aber wie hat frau/man sich denn das Paradies denn dann vorzustellen? Es soll ja eine Art Belohnung für gottesfürchtiges und tugenhaftes Leben auf der Erde darstellen.

Paradies Obwohl gerade im Christentum sehr viel vom Paradies die Rede ist - in der Bbel ist dieser Begriff nicht auffindbar. Die Bibel kennt nur den "Garten Eden", und das Wort "Eden" stammt aus dem Sumerischen und bedeutet soviel wie ein Ort, der früher fruchtbar war, später aber unfruchtbar wurde.

Aber bleiben wir bei dem Begriff, auf eine bibelgetreue Auslegung will ich aber verzichten, da dieser Ort da in sehr genauen Abmessungen beschrieben wird. Etwa 2200 Kilometer breit, lang und hoch soll das Plätzchen sein [siehe Quellenhinweis am Ende dieses Artikels].

Beschäftigen wir uns daher weiter mit der Vorstellung des Menschen über den Himmel, über das Paradies. Es soll Milch und Honig dort fliessen - schon mal schlecht für die meisten Asiaten, die eine Laktoseschwäche haben und denen der Genuss von Milch alles andere als paradiesisch vorkommt.

Im Koran sind die Verheissungen noch erfreulicher. Sofern man als Mann ins Paradies kommt, denen Gott "großäugige Huris als Gattinnen" verheisst. Die Gattinnen, die der fromme Muslim auf Erden hatte, müssen sich dann wohl oder übel mit "Goldschmuck und Gewändern aus Brokat und Seide" zufriedengeben, sowie mit dem Genuss von Früchten und Fleisch, Milch, Honig und Wein - der allerdings nicht berauscht.

Ist man nun noch etwas penibler und befragt Menschen unterschiedlichster Herkunft nach ihren ureigensten Vorstellungen über den finalen Hort der Rechtgläubigen, dann wird man nicht umhin können festzustellen, dass der Himmel eine fast genaue Wiedergabe der Erde sein muss. Der Tiroler will sein Kühtei dort unverfälscht vorfinden, der Bayer sein Werdenfelser Land und zur Mittagszeit 3 Weisswürst mit reschen Brezen. Der aus kalten Regionen stammende Erdenbewohner will's warm, der aus den Tropen anreisende homo sapiens bittschön angenehm kühl.

Sie sehen also selber: es ist so gut wie unmöglich, das Paradies zu beschreiben, noch viel weniger, es allen erlösten Seelen recht zu machen. Aber genau das versuchen die theistischen Religionen, klappern gehört zum handwerk und es bleibt abzuwarten, wann es die ersten audiovisuellen Einrichtungskataloge für das Leben danach gibt, mit denen man die Gläubigen bei der Stange halten will.

Und hier will ich zum Buddhismus zurückkehren, zu meiner eigenen Vorstellung, was denn nach dem Leben mich erwarten wird.

Nichts von all dem, was ich oben angesprochen habe. Das "Paradies" für mich und alle anderen Buddhisten ist kein "Leben nach dem Tode", das Leben werde ich, so hoffe ich ja, im Laufe meiner Wiedergeburten irgendwann mal endgültig überwunden haben.

Paradies Was bleibt ist der Geist, losgelöst von allen Erinnerungen oder Bewusstseinszuständen über die von ihm durchlaufenen Wiedergeburten. Nur das kommt dann meiner eigenen Vorstellung über das "Paradies" entgegen. Für mich ist ein Paradies in herkömmlicher Denkart einfach unvorstellbar, in dem ich als verstorbener Otto Müller die Frauen und Mädchen wieder treffe, mit denen ich während meiner Zeit auf Erden meine angetraute Ehefrau betrogen habe und deren Männern, die möglichweise neben mir Hosiannah singen, Hörner aufgesetzt habe. Dasselbe gilt im umgekehrten Falle und ist nicht nur auf amouröse Verfehlungen beschränkt.

Während also die theistischen Religionen das "Leben nach dem Tode" bzw. die Umstände unter denen man es verbringen wird in teilweise marktschreierischer Art verkünden, hat der Buddha bewusst darauf verzichtet.

"Dies hängt einerseits damit zusammen, dass theoretische überlegungen über das Nirvana nutzlose Spekulationen sind: es gilt, die Erlösung zu verwirklichen, nicht über sie zu spekulieren. Außerdem ist der Erlösungszustand etwas, was gänzlich anders ist als alles, was unserer gewöhnlichen Erfahrung zugänglich ist. Über die Natur des Nirvana zu jemandem zu sprechen, der es noch nicht verwirklicht hat, ist so, wie wenn man einem Farbenblinden die Natur von Farbempfindungen beibringen wollte", schreibt der Buddhologe Alois Payer.

Der Gautama Buddha sagte, dass nur ein Buddha in der Lage sein wird, das Nirvana zu verstehen. Er sprach von einem "todlosen" Zustand, in dem es weder Geburten noch Sterben geben wird, also einem Zustand, in dem wir von allen Leiden befreit sein werden.

In anderen Worten: mit dem Eingang ins Nirvana endet Samsara, die Kette der (immer mit Leid behafteten) Wiedergeburten. Der Mensch ist dann zur höchsten Freiheit erwacht (wer "todlos" mit etwas anderem als Erwachtsein interpretiert, hat linguistische Probleme), er wird weder gezwungen, für oder mit irgend jemanden Hosiannah zu singen noch als willige Jungfrau auf alle Ewigkeiten verdienstvollen Märtyrern Milch und Honig kredenzen zu müssen.

Ja, ist das denn nicht "paradiesisch"?

Grösse des Paradieses:

The city as a whole will be marvelous in size and beauty. It is also called "Paradise." The paradise of Eden will be restored and made even better than at first (note Luke 23:43; II Corinthians 12:4; Revelation 2:7)! The "tree of life" will be there, not a single tree as in Eden, but many such trees, lining the banks of a great river emerging from the throne of the Lamb (Revelation 22:1_2).

In size, the city will be a tremendous cube, 12,000 furlongs on each side. The word "furlong" is from the Greek stadios; this works out to mean that the city is about 1,380 miles long, wide, and high; (see Revelation 21:16).

Revelation 21:16 (New International Version)
New International Version (NIV)

Copyright © 1973, 1978, 1984 by International Bible Society NIV at Zondervan
http://www.biblegateway.com

16 The city was laid out like a square, as long as it was wide. He measured the city with the rod and found it to be 12,000 stadia[a]in length, and as wide and high as it is long.

Footnotes:

1. Revelation 21:16 That is, about 1,400 miles (about 2,200 kilometers)

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