Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Meditation - keine buddhistische Erfindung



Wenn ein Mensch ein Buddha würde, einzig indem er in Meditation sitzt, dann wären alle Frösche längst Buddhas


Meditieren können Sie überall Der Begriff Meditation kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet soviel wie gesunden, heilen, etwas auskurieren oder auch: eine Antwort auf ein Problem finden. Das Wort bzw. das Tun hat also etwas mit Medizin zu tun und weniger mit Medley oder Club Med. Meditieren können Sie überall, egal ob auf einer Bank im Garten oder in Ihrer Bank beim Betrachten Ihrer Kontoauszüge. Meditieren hat also grundsätzlich nichts mit Glauben, Religion zu tun, Meditation hat der Mensch seit seinen frühesten Anfängen auf dieser Erde praktiziert, ohne diesem Tun irgendwelche mystischen oder spirituellen Beweggründe zuzuordnen.

Meditieren können Sie überall Meditation ist m.E. auch nicht nur auf den homo sapiens beschränkt, auch unsere Schwestern und Brüder im Tierreich praktizieren diese Art der "Selbstfindung" und versuchten "Selbstheilung".

Erst in neuerer Zeit, als der Satz ex oriente lux, das Licht kommt aus dem Orient, wieder und auch auf den spirituellen, religiösen Aspekt unseres Lebens zunehmend Anwendung fand und sich die zunehmend orientierungsloser werdenden Abendländer für die jahrtausendealten Weisheiten des Ostens wieder zu interessieren begannen, wurde die Meditation fast untrennbar mit Buddhismus und Hinduismus verbunden.

Mit dem Wort Meditation bringen auch heute noch 99 von 100 Menschen das schweigende Sitzen auf dem Boden mit ineinander geschichteten Füssen in Verbindung und sehen diese Körperhaltung als unverzichtbaren Teil der Meditation an.

Und vergessen dabei, dass bis vor nicht allzu langer Zeit auch im christlichen Abendland die Menschen auf dem Boden sassen, das Wort "Schneidersitz" stammt nicht aus Lhasa sondern zeigt auf, wie die Arbeitsstättenverordnungen der Neuzeit einen feststehenden Begriff ad absurdum geführt haben, kein Schneider sitzt heute mehr in dieser Haltung.

Wohl aber mehr als die Hälfte der Menschheit tut das auch heute noch, für viele dieser Menschen wäre das längere Sitzen auf einem Stuhl so qualvoll wie der Schneidersitz für den Bullen von Bad Tölz wohl sein würde.

Und zu Zeiten des Gautama Buddha war für das einfache Volk eine andere Sitzweise gar nicht vorstellbar. Und somit erklärt sich auch, weshalb Meditation so sehr mit dem "Lotussitz" assoziert wird.

Bevor wir uns nun der eigentlichen Meditation zuwenden, soll also festgestellt werden, dass Meditieren nichts mit der Sitzweise zu tun hat. Wenn diese Körperhaltung allerdings empfohlen oder gelehrt wird, dann liegt dies daran, dass es nachweislich von Vorteil ist, sich mit dieser Sitzweise anzufreunden, sie hat sicherlich Vorteile, auch zum Autofahren sitzt man am besten und hält das Lenkrad mit 2 Händen sicher und fest unter Kontrolle.

Der allgemeine spirituelle Sinn der Meditation ist, sich zu konzentrieren und seinen Geist während einer Zeit ungeteilt auf ein mentales Objekt auszurichten.

Zu meditieren bedeutet aber nicht, unbedingt etwas Neues zu tun, sondern vielmehr, gewohnte Lebensabläufe und -muster für eine kurze Zeit zu unterbrechen (das normale Alltagsleben also einfach mal "zu verlassen"), um auf diese Weise zurückzufinden zu einer bereits seit Geburt vorhandenen, inzwischen aber (vielleicht) verloren geglaubten Erfahrung von Eins- und/ oder Verbundensein mit allem, was ist, und mit allem, was nicht ist.

Aus den Hochreligionen Buddhismus und Hinduismus stammen viele verschiedene, inzwischen auch in Europa bekannte Meditationsarten, die oft fälschlicherweise als "Techniken" bezeichnet werden. Jede dieser Arten hat unterschiedliche Besonderheiten: während man beispielsweise bei der Zen-Methode sich im Sitzen nicht bewegen sollte, um damit die "Einspitzigkeit des Geistes" zu fördern, ist leichte Bewegung in der süd-indisch/ ceylonesischen "Achtsamkeitsübung" (Satipatthana) durchaus möglich. Beide genannte Methoden werden aber in striktem Schweigen durchgeführt, ganz im Gegensatz zum tibetischen Mahamudra-Weg, wo während der Meditation auch Gebete und religiöse Texte rezitiert werden.

Das Christentum und der Islam kennen aber auch Meditation, obgleich diese sich meist mehr auf gedankliche Konzentration bezieht. Ein Beispiel sind hierfür die Psalmen, die von jeher als meditative Hilfe benutzt wurden. Im Islam wiederum wird mehr eine Tradition gepflegt, die Musik und Tanz (und damit Bewegung) fördert.

Eckhart von Hochheim (Meister Eckhart) hat die Meditation bzw. die Vorbereitung darauf so beschrieben:
Wer sich vorbereitet zum Erwachen seines inneren Menschen und zur Erkenntnis von Gottes Wesen, sollte ungestört an ruhiger Stätte sein.

Der Körper soll ausgeruht sein von allem Tun, nicht nur der Hände, auch der Zunge und aller andern Sinne.

Sein Inneres nimmt man am besten schweigend wahr. Soll das Herz recht bereitet werden, muss es sich ins reine Nichts versenken.

Nimm hierfür ein Gleichnis aus dem Leben: Will ich auf einer Tafel schreiben, und darauf steht schon etwas -es mag noch so schön sein -, beirrt mich das. Will ich etwas schreiben, muss ich zuvor tilgen, was auf der Tafel steht. Zum Schreiben eignet sich eine Tafel nur, wenn nichts drauf steht. Was empfangen will, muss zuvor leer sein. Das Nicht - Haben, das Ausgeleert - Sein kehrt die Natur um: ein luftleerer Raum macht Wasser bergauf steigen.

Nachstehend eine relativ einfache Meditationsmethode, die Sie in einer ruhigen Stunde jederzeit alleine üben können:

Die Achtsamkeit auf das Einatmen und Ausatmen (anapanasati)

Achtsamkeit lässt sich auch kultivieren, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit der Atmung zuwenden. Folgen Sie als erstes der Empfindung Ihres natürlichen Atems, wie er durch die Nase strömt und Brust- und Bauchraum füllt. Versuchen Sie nun, Ihre Aufmerksamkeit an einem bestimmten Punkt zu halten, entweder in der Gegend des Zwerchfells oder bei den bereits subtileren Empfindungen in der Nasenöffnung. Die Bewegung des Atems ist beruhigend an sich; sie ist gleichmäßig und entspannend, wenn wir sie einfach geschehen lassen. Eine aufrechte Körperhaltung hilft dabei wesentlich. Vermutlich wird Ihr Geist wandern, führen Sie ihn sanft und geduldig immer wieder zum Atem zurück.

Meditieren können Sie überall Es ist nicht nötig, Konzentration so intensiv zu entwickeln, bis Sie nebst Ihrem Atem nichts anderes mehr wahrnehmen. Es geht viel mehr darum, die Bewegungen des Geistes wahrzunehmen und dabei ein gewisses Maß an ruhiger Klarheit zu erreichen, als einen Zustand der Trance herbeizuführen. Durch den gesamten Prozess das Sammeln der Aufmerksamkeit, das Wahrnehmen des Atems, das Beobachten des wandernden Geistes und schließlich das Zurückführen der Aufmerksamkeit zum Atem - wird sich Achtsamkeit, Geduld und einsichtsvolles Verstehen entwickeln. Lassen Sie sich also nicht durch scheinbare "Misserfolge" abschrecken, sondern beginnen Sie einfach von neuem! Wenn Sie auf solche Weise fortfahren, wird der Geist schließlich zur Ruhe kommen.

Wenn Sie unruhig oder aufgeregt werden, versuchen Sie sich zu entspannen. Üben Sie sich darin, mit sich selbst in Frieden zu sein und den Stimmen Ihres Geistes zuzuhören, ohne diesen notwendigerweise Glauben zu schenken. Sollten Sie sich schläfrig fühlen, so wenden Sie der Haltung und den Empfindungen Ihres Körpers mehr Interesse und Aufmerksamkeit zu. Unter solchen Umständen die Achtsamkeit verfeinern zu wollen oder tiefere Ruhe anzustreben, wird die Schläfrigkeit nur verstärken.

Quelle: www.dhamma-dana.de/buecher/theravada/einfuehrung_in_die_einsichtsmeditation.htm

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