Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Karma - Ursache und Wirkung



Karma ist jede gewollte Tat, wobei "Tat" Gedanken, Worte und Werke umfasst. Im strengen Sinn des Gesetzes vom Karma ist Karma heilsames und unheilsames Wollen. Deshalb konstituieren unwillentliche oder unbewusste Taten kein Karma, weil sie kein Wollen beinhalten; und Wollen ist Karma. Auch ist das Wollen von Buddhas oder Arhants (völlig zur Erlösung Gelangten) kein Karma, denn diese haben Unwissenheit und Gier, die Wurzeln von Karma, völlig zum Erlöschen gebracht, damit ist ihr Handeln im karmischen Sinne nicht mehr heilsam oder unheilsam.

Das Gesetz vom Karma ist das moralische Kausalitätsgesetz, das bewirkt, dass gute Taten irgendwann - sei es in diesem oder einem zukünftigen Leben - gute Früchte bringen, und dass böse Taten irgendwann einmal böse Früchte bringen. Karma ist kein unabänderliches Schicksal, kein Kismet Karma ist zwar die Hauptursache für die sozialen Unterschiede, es ist aber nicht die einzige Ursache, die es gibt: wäre Karma die einzige Ursache für unser Schicksal, zumindest alles was im moralischen oder unmoralischen Bereich geschieht, dann hätten wir einen strengen Determinismus und keine moralische Weltordnung. Karma darf also niemals als unabänderliches "Schicksal", "Vorsehung" oder "Kismet" missverstanden werden. Karma ist auch für Buddhisten nur ein Bereich der Naturgesetze neben anderen physikalischen, biologischen, psychologischen und anderen.

Wie wirkt Karma? Es ist Ansicht der Buddhisten, dass das Wirken von Karma in allen Details nur von einem Buddha durchschaut werden kann, auch nicht von einem sonstigen vollkommen Erlösten. Man kann dies selbstverständlich als eines der in allen Religionen üblichen Manöver ansehen, um nicht über alle Aspekte und Konsequenzen einer Lehre Rechenschaft geben zu müssen.

Man darf sich aber das Wirken des Karma nicht als eine "monadische" [griechisch: monos = allein, einzeln, einzig] Entwicklung vorstellen. Wie Karma reifen kann, ist weitgehend von den Randbedingungen in der Mitwelt abhängig. Das Reifen von Karma ist also eine Interaktion mit der Mitwelt. Darum ist Karma auch ein soziales Phänomen: man trifft darum im Lauf der Wiedergeburten auch immer wieder mit den "gleichen" Partnern zusammen. Dies ist auch der Grund, warum die Frucht einer guten Tat auch von der Würde des Empfängers abhängt: ein würdiger Empfänger kann auf den Geber z.B. viel mehr Güte ausstrahlen, was wieder der Reifung guten Karmas förderlich ist.

Aber es sprach auch Jesus von einem Karma und auch von einer Wiedergeburt. In der aramäischen Urfassung des Johannes-Evangeliums ist uns das Evangelium des Jesus anders überliefert, als wir es aus dem Neuen Testament kennen. Die Texte der uns bekannten Evangelien sind hingegen verfälscht und entstellt worden (insbesondere auf Grund der Beschlüsse auf dem Konzil zu Nicäa, 325 n.Chr.).

Nachfolgend ein paar Auszüge:

Und als Jesus mit einigen Jüngern dahinging, begegnete Er einem Mann, der Hunde abrichtete, um andere Tiere zu jagen. Und er sprach zu dem Manne: "Warum tust Du dieses?" Und der Mann antwortete: "Weil ich davon lebe. Was für einen Nutzen haben diese Tiere denn? Sie sind schwach, meine Hunde aber sind stark." Und Jesus sprach zu ihm: "Du kennst nicht Weisheit noch Liebe. Siehe, jedes Geschöpf, von Gott erschaffen, hat seinen Sinn und Zweck. Und wer kann sagen, was Gutes in ihm ist und zu welchem Nutzen für Dich und andere Menschen?

Siehe die Felder, wie sie wachsen und gedeihen, und die Bäume, wie sie Früchte tragen, und die Kräuter! Was willst Du noch mehr als das, was Dir die ehrliche Arbeit Deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe den Klugen, die die Geschöpfe Gottes verwunden! Wehe den Jägern, denn sie sollen selbst gejagt werden."

Und der Mann wunderte sich sehr und ließ davon ab, die Hunde zur Jagd abzurichten und lehrte sie, Leben zu retten und nicht, es zu verderben. Und er nahm die Lehre Jesu an und wurde Sein Schüler.


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