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| Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 | Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.) |
Viele Buddhisten beten Idole an und verbrennen z.B. Papiergeld - ist das buddhistisch?
Eines der weitestverbreitetsten Missverständnisse war und ist die "Vergötterung" des Gotama Buddha, also die fälschliche Annahme, dass es sich bei ihm um einen Gott handle. Der Buddha war ein Mensch wie Du und ich und ist ins Nirvana eingegangen, d.h. er existiert nicht mehr innerhalb des Wiedergeburtskreislaufes.
Aus dieser fälschlichen Annahme resultieren auch immer wieder Auffassungen, dass Buddhisten eine Buddha - Statue "anbeten". Dem ist nicht so. Wenn Buddhisten einem Abbild des immer bewusst als Menschen dargestellten Buddha in verschiedensten Formen ihre Verehrung zeigen, dann ist das im Grunde genommen nichts anderes als eine Respektsbezeugung dem Menschen Gautama gegenüber, etwa in der Art, als wie wenn man eine höhergestellte Persönlichkeit begrüsst oder beim Abspielen der Nationalhymne salutiert. Wenn z.B. Christen zu ihrem Gott beten, dann sind damit fast ausschliesslich immer Wünsche nach oder für irgendetwas verbunden, insbesondere auch dass diese Anliegen von Gott erhört werden. Buddhisten haben aber niemanden, zu dem sie beten würden, die Verehrung einer Buddhastatue dient u.a., zur Erinnerung, dass man Friede und Liebe in sich selbst erwecken kann und muss. Es ist wahr, dass viele Buddhisten sich neben der Buddhaverehrung noch anderer Bräuche bedienen, die aber allesamt auf Aberglauben oder Missverständnissen beruhen. Der Buddha hat solche Bräuche niemals gutgeheissen, solange daraus aber kein Schaden für andere Wesen entsteht - des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ob er nun Papiergeld in Millionenbeträgen zusammen mit Luxusautos aus Papier verbrennt, so ist das zwar abergläubisch, schädigt aber niemand, im Gegenteil, es fördert die Entwicklung der Güte auch und gerade den eigenen Verstorbenen gegenüber, denen solche "Opfer" ihr neues Dasein erleichtern sollen.
Falls Du Christ bist und in der Lage, Dich für einen Moment in die Situation eines Nichtchristen zu versetzen, der zudem in einer buddhistischen Umwelt aufgewachsen ist, dann überleg mal was in so einem Menschen drin vorgeht, wenn er erfährt, dass bei christlichen Gottesdiensten das Fleisch und Blut ihres Gottes verzehrt werden kann...... Kannibalismus pur, glaubt man der katholischen Darstellung.
Im November 2004 unterstrich der (katholische) Münchner Erzbischof Friedrich Wetter in einem Hirtenbrief an alle Pfarren seiner Erzdiözese nochmals: Jesus habe beim Letzten Abendmahl die Eucharistie mit den Worten eingesetzt: "Das ist mein Leib." Das sei nicht nur zeichenhaft oder symbolisch gemeint gewesen. Der Kardinal sagte: "Es heisst nicht: Das bedeutet mein Leib, sondern das ist mein Leib." Also nicht nur dass es sich dabei um keine Symbolik handeln soll, das Ganze wird auch noch von kirchlicher Seite unterstützt und ist Teil der Liturgie, während der Buddhist beim Verbrennen von Papiergeld sich sehr wohl bewusst ist, dass es sich bei diesem Akt um kein buddhistisches Ritual sondern um einen mehr oder weniger tolerierten Aberglauben handelt. Gerade Christen und Angehörige anderer theistischer Religionen sollten also extrem vorsichtig sein, bevor sie den Splitter in den Augen von Buddhisten sehen. Die meisten übersehen dabei nur zu leicht die Riesenbalken vor den eigenen Augen - im Buddhismus wurde niemals zu Tieropfern aufgerufen, wie das im Christentum der Fall war. Daneben gibt es auch gemeinsame Bräuche, wie z.B. die Segnung von Menschen, Tieren, Sachen (wie z.B. Autos), aber selbst dies ist im Buddhismus nur toleriert, im Christentum fester Bestandteil der Sorge der Hirten für ihre Herde. |