Buddhistische virtuelle Sangha

Der Buddhismus lehrt uns: Nur dem, der nicht in den Kategorien von Karma, Wiedergeburt und Nirvana denkt, kommt das Leben ungerecht vor.


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Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.)




Was sagt der Buddhismus zum Status der Frauen?



Sei es eine Frau, oder sei es ein Mann - wer auch immer mit diesem Streitwagen fährt, wird damit letztlich in die Gegenwart des vollen Erwachens gelangen.
Gerade zum Ziel führend ist der Name dieses Pfades,
und Freiheit von Furcht heißt das Land, wohin er führt.

Der Streitwagen dorthin ist der Stille Läufer - mit den wohleingefügten Rädern des ernsthaften Bemühens.


Bewusstheit bedeutet das Stützbrett auf dieser großen Fahrt,
und Achtgeben heißt das Schutzgewand des Fahrers.


Was fährt ist der innere Weg, und treffliche Sichtweisen bilden die Zugpferde.


Sei es eine Frau, oder sei es ein Mann - wer auch immer mit diesem Streitwagen fährt, wird damit letztlich in die Gegenwart des vollen Erwachens gelangen.
Das sagte Siddharta Gautama Buddha gemäss der Systematischen Sammlung seiner Reden.

Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu Lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, und dann erst Eva.
Das sagte Papst Johannes Paul II. in Bezugnahme auf Paulus, 1988.
Die Frauen sind des Lebens nicht würdig.
Petrus, Thomasevangelium
Die grösste Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.
Martin Luther, dt. Theologe
Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!
Papst Pius II., 1405-1464


Der Indologe Hans Gruber weist darauf hin:
Eines der frühesten buddhistischen Werke sind die "Freudenausrufe der erwachten Frauen" (Therigatha) des "Pali-Kanons". Dieser Kanon enthält die ältesten voll überlieferten Redensammlungen des Buddha. In der Indologie gelten diese Redensammlungen als die primäre oder verlässlichste Quelle zu dessen (Gautama Buddha's) Lehre.

An einer Stelle sagt der Erwachte auch:

"Es gibt heute nicht bloß ein, zwei, drei, vier oder fünf hundert Frauen und Männer unter der Laienanhängern, welche mit der Auflösung der geistigen Fesseln die endgültigen Befreiungsstufen realisiert haben. Ihre Zahl ist ungleich größer."

Hiermit ist also nicht die ordinierte oder "enge" Gefolgschaft des Erwachten gemeint, sondern allein die Laienanhänger, die im gewöhnlichen Leben standen. Durch solche Aussagen wird klar: Das weitverbreitete Urteil, der ursprüngliche Weg des Erwachten sei primär ein Weg für die "Mönche und Nonnen" gewesen, ist ein Mythos.

Quellen des Pali-Kanons nennen zahlreiche Fälle von "Arhants", voll Erwachte unter den Frauen, welche das Laienleben aufgegeben und sich dem Orden des Buddha angeschlossen hatten. Manche von ihnen (wie Patacara und Soma) galten als herausragende Lehrerinnen, die eigene Gefolgschaften hatten. Sie konnten offenbar ihre Anhänger zum vollen Erwachen führen, ohne dass der Buddha oder dessen männliche Hauptschüler einwirkten.


Ich vertrete die Auffassung, dass unser Geist weder weiblich noch männlich ist - er ist geschlechtslos. Erst in dem Moment, in dem er auf eine befruchtete Eizelle trifft, wird in den darauffolgenden Wochen durch hormonelle Intitiativen der Mutter das Geschlecht des Kindes bestimmt - es mag sein, dass unser Geist, aufgrund seines Karma, dieses oder jenes Geschlecht "bevorzugt" und somit an der Chromosomenzusammensetzung beeinflussend "teilnimmt", dies ist aber reine Spekulation.

Erst dann, wenn im Mutterleib das künftige Geschlecht und der daraus resultierende Aufgabenbereich des neuen Menschen festgelegt wurde, beginnt die Prägung, die "Grundausbildung" für das Kind, die beim Ende der Pubertät dann abgeschlossen ist. Da es viele "mütterliche" Väter und auch "väterliche" Mütter gibt, kann es also nicht generell von vorne herein ausgeschlossen werden, dass unser Geist evtl. femininer oder maskuliner sein kann, als er aufgrund des ihm zur Verfügung stehenden Körpers eigentlich sein sollte.

Es gibt in der buddhistischen Literatur einige Traktate, die sehr wohl die Frau als solches in ein nicht sehr positives Licht setzen. Nur: dies liegt offensichtlich allen Hauptreligionen "im Blut".

Nach der judaischen, christlichen und islamischen Lehre hat ein Gott die Frau aus einem gebrauchten Teil des Mannes (einer Rippe) geschaffen - dennoch auch sie "nach seinem Ebenbilde", da er der Frau dennoch den Status "Mensch" nicht absprach. Die Frage, weshalb dieser Gott das gesamte Universum aus dem Nichts erschaffen hat, für die Frau aber dann auf eine second-hand-Quelle zurückgreifen musste, soll hier nicht erörtert werden.

Der Talmud, die Bibel und der Koran sind dann ebenfalls von Passagen durchzogen, die alles andere als positive Aussagen für Frauen darstellen. Der konservative Jude dankt am Morgen bei einem Stossgebet seinem Gott, dass er ihn nicht als Frau auf die Erde kommen lassen hat, der Christ kann lesen, dass die Frau dem Manne untertan sei und der fromme Muslim, dass er seine Frau(en) wie seinen Acker betrachten könne - "bestelle ihn, wann und wie es dir treffend erscheint.".

Alle Schriften aller Hauptreligionen wurden von Männern verfasst. Da in jedem Menschen tief innen eine gewisse Furcht oder Abneigung gegen das Andersartige, das Fremde sitzt, könnte es also durchaus sein, dass die eine oder andere für Frauen negativ erscheinende Schriftstelle von dieser Furcht oder Abneigung beeinflusst wurde.

Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen (Buch des Biologen Steve Jones: Der Mann - ein Irrtum der Natur) scheint es aber als erwiesen, dass in dem kosmisch kurzen Zeitraum von innerhalb der nächsten 10 Millionen Erdenjahren das Y - Chromosom verschwunden sein wird. Diejenigen von uns, die noch ein paar Dutzend an Billionen Wiedergeburten im Container auf Vorrat haben und zufälligerweise eine oder mehrere davon auf diesem Planeten absolvieren werden, können also damit rechnen erleben zu können, dass sich dann das Problem Mann/Frau zumindest hier von selbst erledigt haben wird:-).

Bis dahin gilt:
Möge es allen Wesen wohl ergehen, mögen sie glücklich sein!
Egal, welchen Geschlechts.
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