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Wie steht der Buddhismus zu Drogen?
Ich trainiere ein Verhalten, daß die Gesellschaft
und die von mir Abhängigen nicht befürchten müssen,
daß ich meinen sozialen Pflichten schuldhaft nicht
nachkomme, weil ich ein Drogenabhängiger werde -
die 5. Verhaltensempfehlung der Sittlichkeit: Enthaltung
von Rauschmitteln, die Anlaß zu Nachlässigkeit sind.
Mit dieser Verhaltensempfehlung hat der Buddha den Stand seiner Lehre hinsichtlich aller berauschenden Drogen deutlich gemacht: lass die Finger davon, während sich theistische Religionen teilweise mit sehr viel Engagement und wirtschaftlichem Erfolg auch ausserhalb ihrer Gebetshäuser darum bemühten, dem indoktrinierten Menschen auch da das Denken zu erschweren.
Drogen sind für einen Buddhisten also alle Substanzen, die den freien Denkprozess beeinträchtigen, und dazu gehört auch jede Art von Alkohol. Es ist schon sehr bedenklich, wenn Nationen im christlichen Abendland nicht ganz ohne Stolz ihren alljährlichen Drogenkonsum (genannt auch Pro-Kopf-Bier/Wein/Spirituosen - Verbrauch) mit fast ebensolcher Gleichmut zur Kenntnis nehmen wie die steigenden Arbeitslosenzahlen.
Pharisäerhaft wird das alles aber dann, wenn die Regierenden und politisch Verantwortlichen Krokodilstränen vergiessen, dass ihnen ihre Zukunftshoffnung (auch bekannt unter der Bezeichnung Kinder, Jugendliche) in immerwährenden Rauschexzessen buchstäblich dahinschmelzt - Nationen, die an Kinder und Jugendliche im Wachstumsprozess so Nettigkeiten wie Alkopops legal verhökern lassen, steuern aber dahin, wo sie hingehören: in die Bedeutungslosigkeit.
Wie auch die anderen vom Buddha erklärten und empfohlenen ethischen Verhaltensweisen zeigt uns auch diese, wie die bereits vor mehr 2500 Jahren aufgestellten Maxime schon damals sämtliche Probleme der heutigen modernen Welt enthalten und geistig grundsätzlich bewältigten.
Der thailändische Theravada-Buddhist, Prof.Sulak Sivaraksa, hat in seinem Buch "SEEDS OF PEACE - A Buddhist Vision for Renewing Society" (Samen des Friedens - eine buddhistische Vision zur Erneuerung unserer Gesellschaft) aus dem Jahre 1992 folgendes zur Drogenproblematik geschrieben:
Der fünfte Vorsatz ist, "Ich verpflichte mich, keine Drogen einzunehmen, die das Bewusstsein trüben und nehme mir vor, andere zu ermutigen, ebenfalls ihr Bewusstsein nicht zu benebeln".
Im Buddhismus ist klares Bewusstsein ein wertvolles Kleinod. Wir müssen die Kräfte überwinden, die die Selbstvergiftung, den Alkoholismus und die Drogenabhängigkeit fordern. Es ist eine Frage der internationalen Gerechtigkeit und des Friedens.
Die Bauern der 3. Welt pflanzen Heroin, Coca, Kaffee und Tabak an, weil das wirtschaftliche Weltsystem es ihnen unmöglich macht, sich zu ernähren, indem sie Reis oder Gemüse anbauen. Bewaffnete Banden treten als Mittelsmänner auf, sie sind häufig ethnische Guerillas, pseudo-politische Banditen, Privatarmeen von rechtsradikalen Politikern, oder Revolutionäre der einen oder anderen Art.
Der CIA handelte in Vietnam mit Drogen, die burmesischen kommunistischen Guerillas handeln mit Drogen, und südamerikanische Revolutionäre handeln mit Drogen.
Umfangreiche Kriege, wie etwa der Opium-Krieg (im letzten Jahrhundert in China) wurden von Regierungen ausgetragen, die den Handel mit Drogen aufrechterhalten wollten. Ebenso ernsthaft ist die ökonomische Gewalt, die Bauern zwingt, für den Export Kaffee oder Tee zu ernten wie auch der überbordende Exzess an überflüssiger Zigarettenproduktion, der durch intensive Werbefeldzüge den 3.-Welt-Konsumenten aufgezwungen wird.
Drogenmissbrauch und -Verbrechen sind in jenen Kulturen weit verbreitet, die an der ungleichen Verteilung von Reichtum, an Arbeitslosigkeit und entfremdeter Arbeitstätigkeit leiden. Der Kampfeinsatz der US-Armee unter Reagan und Bush gegen den Drogenhandel, ist am Ende genauso wirkungslos wie Gorbatschows, jetzt abgebrochene Kampagne gegen Alkohol am Arbeitsplatz, und zwar aus demselben Grund: beide wenden sich gegen die Symptome nicht gegen die Ursachen.
Der Buddhismus macht deutlich, dass die einzig effektive Lösung dieser Probleme nur geschehen kann im Rahmen einer vollständigen Erneuerung humaner Werte.
Die üblichen religiösen Predigten gegen die Gifte bringen uns nirgendwohin. Wir müssen nach innen schauen und wirklich damit beginnen, die Wurzeln von Drogenmissbrauch und Alkoholismus zu erkennen. Zugleich müssen wir die ganze Bier-, Wein-, Spirituosen- und Drogen-Industrie untersuchen, um ihre Machtbasis zu identifizieren.
(Dieser Ausatz wurde von Irene Eckert und Franz-Johannes Litsch (www.buddhanetz.org) ins Deutsche übersetzt)
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