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| Wan Athit, 05. Ganyayon 2553 | Sonntag, 05. September 2553 (2010 n.Chr.) |
Sind Buddhisten Atheisten?Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Ja, in gewisser Hinsicht sind Buddhisten Atheisten. Die Lehre lehnt den Glauben an einen übermächtigen, allesbeherrschenden und alles kreierenden Gott ab. Eugen Drewermann (deutscher Theologe und Psychoanalytiker) brachte das buddhistische Gottverständnis folgendermassen auf den Punkt: Ein Gott, der alles kann, aber nichts tut, ist nicht glaubwürdig angesichts von unendlich viel Leid auf Erden. Bedenkt man darüberhinaus noch die Tatsache, mit welcher negativen, verächtlichen, missbilligenden Bedeutung man im "christlichen Abendland" den Begriff "Gottesstaat" interpretiert, dann deutet das daraufhin, dass selbst Christen Probleme mit der von ihnen ja erwarteten allumfassenden Güte und Gerechtigkeit ihres Gottes haben. Buddhisten leugnen aber keineswegs die Existenz von Göttern, die aber ebenso wie jedes andere Wesen dem Gesetz von Karma und Wiedergeburt unterworfen sind und ebenfalls noch dem Nirvana zustreben und irgendwann einmal erreichen werden. Und im Nirvana sind alle gleich, es gibt also keinen Gottvater, Gottsohn oder Heiligen Geist, auch keinen Petrus in seiner Funktion als Himmelsverwalter. D.h. also, dass alle Wesen irgendwann, wenn man den Begriff verwenden will, übergöttlichen Status erhalten werden. Und das könnte man sogar aus der arg verfälschten Bibel herauslesen: der darin dargestellte Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild. Wer sich selbst und so manchen anderen ansieht, weiss, dass das nicht wörtlich gemeint sein kann, dieser Gott schuf den Menschen ihm ebenbürtig. Und das deckt sich fast mit der Lehre des Gautama Buddha. Wir alle haben die Übergöttlichkeit in uns bereits enthalten, wir müssen sie nur entwickeln. Und dazu gibt es nur einen Weg, den von Gautama Buddha uns mitgeteilten Edlen Pfad. |